Frage zum Training

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Georg
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Frage zum Training

Beitrag von Georg » 14 Jun 2010 18:43

Hallo Tom und nicko,
ich trainiere ja nun schon seit Ende 2007 mit der Schulterhilfe und die Erfolge sprechen für sich. In der Bedienungsanweisung wurde damals erklärt, daß vier bis sechs Sätze ausgeführt werden sollen, wobei im ersten Satz 25 Wiederholungen geschafft werden sollen.
Bei der neuen Schulterhilfe, die mit den Tubings ausgeliefert wird, wird empfohlen, maximal 20 Wiederholungen bei fünf bis sieben Sätzen zu machen.
Das ist ja doch ein nicht unwesentlicher Unterschied. Wie begründet sich der geänderte Trainingsansatz?

Georg
Anfang 2008: Linke Schulter: Riss lange Bizepssehne, veranlagte (?) Enge im Schulterdach, Einengung/Entzündung Supraspinatussehne.
Nov 2010: SH-Trainingsgewicht: 8 kg. Keine Schulterprobleme.
Krafttraining ohne Einschränkungen möglich, vermeide Nackendrücken/-ziehen.
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sh-tom
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Re: Frage zum Training

Beitrag von sh-tom » 29 Jun 2010 20:35

Grüß Dich Georg,
tut mir Leid, dass ich so spät antworte. :oops:
Wir hatten richtig viel um die Ohren und darunter hat auch die Betreuung des Forums gelitten.

Zu Deiner Frage, mach ich es mir einfach. Wir haben zu dem Thema einige Zeilen erstellt, weil die Frage doch immer mal wieder gestellt wird. Hier der Text:


10 Jahre lang haben wir mit unserer Schulterhilfe und dem Training mit
freien Gewichten, den Kampf gegen das Schulter-Impingementsyndroms
geradezu revolutioniert! Keine bekannte Behandlungsmethode war und ist
so erfolgreich und konnte u.a. so viele operative Eingriffe an der
Schulter verhindern helfen!

Aber es gab immer ein Manko, bei der Umsetzung des "alten"
Trainingskonzeptes: Und zwar das für viele Kunden sehr lästige,
umständliche, immerwährende (in den ersten ca. 8 Trainingswochen zu
jedem Training nötige) schwerer machen der Gewichte. Dies entfällt nun
vollkommen. Es wird jetzt von der noch viel effizienteren Wirkungsweise
der Widerstands-Tubings (Latex-Expander-Gummis) abgelöst.

Dabei ist der Belastungs-, bzw. Wachstumsreiz auf die Zielmuskulatur bei
den Tubings nicht nur erheblich intensiver, sondern auch pysiologischer
und dem naturgegebenen Kontraktionsverhalten eines Muskels viel angepasster.

Zum besseren Verständnis, stellen wir nachfolgend beide Methoden gegenüber!

Bei der "alten" Methode, mit Hantelgewichten bewegt man in der Regel ein
Gewicht mit einer festen Größe. Das bedeutet im Fall des
Schulterhilfetrainings, man hebt beispielsweise 900 Gramm über den
gesamten Übungsweg. Obwohl ein Muskel während eines Bewegungsablaufes
naturgemäß nicht mit gleicher Kraft kontrahiert, sondern bei geänderten
Winkel und um so mehr er sich verkürzt, eine andere Kraft entfaltet,
wird er beim Training mit Hanteln während jeder Phase der Bewegung mit
dem gleichen Gewicht belastet. Dort also, wo der Muskel seine geringste
Kraft entwickelt - in unserem Fall mit nach vorn zeigenden Händen und
gestrecktem Muskel- können also z.B. gerade mal mit Mühe die 900 Gramm
angehoben werden. Aber schon nach wenigen Zentimetern Bewegung, verkürzt
sich der Muskel zunehmend und entwickelt dabei kontinuierlich mehr
Kraft. Belastet wird er aber durchgehend nur mit 900 Gramm. Dabei könnte
bei voller Kontraktion, kurz vor der Endposition der Übungsbewegung etwa
annähernd das doppelte Gewicht bewältigen!

Nur mit immer währenden, ständigen Erhöhungen der Hantelgewichte, von
einer zur nächsten Übungssitzung -- in den ersten Wochen, musste man
dazu 3-mal die Woche die Gewichte schwerer machen - kann man der enorm
raschen Muskelkräftigung gerecht werden und nur so konnten wir bislang
das Schulterhilfetraining so effektiv machen, wie es war!

Bei der "neuen" Methode, mit den neuen Widerstandstubings, setzen wir
dem Zielmuskel einen optimalen und während des gesamten Übungsablaufs hin
wirksamen Widerstand entgegen. Mehr noch, das Verhalten der Gummis ist
gegensätzlich zu dem Verhalten des Muskels. Wenn wir den Übungsvorgang
mit den
Widerstandstubings einleiten, hat der Gummi noch eine sehr geringe
Spannung.
Der Muskel der in dieser Phase seine geringste Kraft hat, kann also
leicht die Übungsbewegung beginnen. Umso weiter sich die Hände jedoch
nach oben bewegen, der Muskel also kontrahiert und naturgemäß zunehmend
an Kraft gewinnt, umso stärker spannt sich der Widerstands-tubing und
setzt dem Muskel kontinuierlich mehr Widerstand entgegen! Es wird also
synchron zur Kraftzunahme ständig der Widerstand höher!

Diese Art des Trainings, ist dem isokinetischen Trainingsprinzip sehr
ähnlich und führt zu einer erheblich rascheren Muskelerschöpfung, als
das "alte" Hanteltraining und damit zu einer entsprechend rascheren
Muskel-kräftigung. Der Zeitaufwand für eine Trainingssitzung, der
bislang etwa 25 Minuten betragen hat, reduziert sich dadurch sogar noch
auf nur noch ca. 15 Minuten!

Sicher passt sich auch hier irgendwann der Muskel kräftemäßig an die
Belastung an und man muss den Widerstand der Tubings erhöhen. Dies ist aber
alleine schon mit einem einfachen Verkürzen der Tubings getan. Dazu muss
man nur z.B. einen Knoten und den Tubing machen, oder ihn einmal oder
mehrfach um die Hände oder Füße schlingen!

Da der Schulterhilfe zwei verschieden starke Tubings beiliegen, ist eine
kontinuierliche Belastungssteigerung bis zu dem Punkt der "Sättigung",
also dem Punkt, an dem kaum noch Steigerungen möglich sind, gewährleistet.



Ich hoffe, Deine Frage wurde erschöpfend beantwortet!

Ciao

Tom
Viele Infos zu Schulterschmerzen und der Schulterhilfe von AktiFlex auf https://www.schulterhilfe.de

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Georg
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Re: Frage zum Training

Beitrag von Georg » 30 Jun 2010 15:32

Hallo Tom,
Hmmh, danke erstmal für die Antwort.
Jetzt weiß ich zwar, warum ihr ein neues Trainingskonzept entwickelt habt, aber meine Frage, warum nun weniger Wiederholungen notwendig sind, ist nicht direkt beantwortet. Aber es ergibt sich eigentlich doch aus der Beschreibung, da der Muskel bei der neuen Trainingsvariante ja schneller und auch stärker erschöpft wird, oder?
Jedenfalls bin ich dazu übergegangen, ebenfalls nur noch 5 Sätze mit maximal 20 Wiederholungen auszuführen. In der Folge konnte ich das Trainingsgewicht natürlich erheblich steigern.

Georg
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